weiter geht es mit
Donnerstag Tag 3 Heute war ein Besuch in Abusier an der Reihe. Wir sind leider etwas spät in Kairo losgekommen und waren somit erst um die Mittagszeit in Abusir, was aber nicht weiter tragisch war. Wir haben uns ja "nur" Abusier und Abu Ghurab für diesen Tag vorgenommen.
Wir besuchten als erstes die Pyramide des Sahure. Sahure war der zweite Pharao der 5 Dyn. Er hat in Abusir die erste Pyramide errichten lassen, da er der Meinung war, dass in Sakkara wohl kein Platz mehr war. Die Pyramide hatte einst eine Grundfläche von ca. 79m im Quadrat. Sie hatte eine Höhe von ca. 50m. Der heute sichtbare 5 oder 6 stufige Pyramidenkern hat noch eine Höhe von 36m. Der Neigungswinkel wird mit 50° 11´ 40" angegeben. Von der einstigen Verkleidung aus Kalksteinblöcken ist leider nichts mehr zu sehen. Die Pyramide des Sahure hatte in der Antike den Namen: Der Bar (Seele) des Sahure erscheint. Der Pyramidenbezirk wurde erstmals von Ludwig Borchardt in den Jahren 1902 bis 1908 ausgegraben.
Wir gingen den 235m langen Aufweg vom Taltempel, von dem wir leider keine Spur fanden zum Totentempel des Sahure's entlang

Der Totentempel hatte einen aufwändigen Grundriß und ohne Plan findet man sich nicht so gut zu recht, wo man sich denn nun gerade befunden hat. Die zwei heute noch weithin sichtbaren Palmensäulen wurden wieder auf ihren Plätzen aufgerichtet, so dass man eine ungefähre Ahnung der Höhe bekommt. Sehr gut zu erkennen war auch noch der Basaltfußboden. Wir fanden auch noch Alabaster und Granit, was davon zeugt, dass Sahure nicht "gespart" hat an seinem Pyramidenkomplex.

Wer genau nachsieht wird viele Kleinigkeiten wie diese Kartusche finden können

Wir gingen weiter durch die Magazine in Richtung Norden zum Eingang der Pyramide. Wie man hier gut erkennen kann wurde der Eingang einst von einem großen Granitblock geschützt.

Da in der Pyramide zur Zeit Restaurierungsarbeiten durchgeführt werden war uns der Zugang zur Grabkammer leider verwehrt. in der Grabkammer wurden nur Bruchstücke des einstigen Sarkophages aus Basalt gefunden

Wir gingen nun weiter zur Mastaba von Ptahshepses. ursprünglich wurde die Mastaba von Lepsius entdeckt aber nicht weiter beachtet, erst Jacques de Morgan hatte im Jahre 1893 weiter gearbeitet, aber auch er hat nur einen kleinen Teil der riesigen Mastaba erforscht. Erst im Jahr 1960, hatte das Ägyptologische Institut der Universität Prag die Erforschung der großen Mastaba von Ptahshepses in Abusir wieder aufgenommen und ist heute noch an der Erforschung.
Als erstes beritt man den großen Hof, der einst von 20 Säulen umrahmt wurde. Auf vielen der Säulen ist der Grabherr abgebildet. man konnte in der großen Mastaba auch diese beiden Sarkophage "entdecken". der große wird Ptahshepses und der kleine mit dem zerbrochenen Deckel seiner Frau, der Königliche Gemahlin Khamerenebty zugeschrieben. Da die Sarkophage zu groß waren wurden sie bei den Bauarbeiten schon in das Fundament mit eingebracht, so dass wir sie heute (wo die Decke fehlt) noch gut besichtigen konnten. Viele Infos zu der Mastaba findet ihr auch hier -->
http://www.touregypt.net/featurestories/ptahshepses.htm

Nachdem wir alle Winkel besichtigt hatten und mit Mühe wieder aus der Mastaba gekommen sind machten wir uns auf den Weg nach Abu Gourab dem Sonnenheiligtum des Niuserre. Von hier aus sah es gar nicht mal soooo weit aus und im Vorfeld hatte ich auch gelesen das man den Weg durch die Wüste machen kann, es würde sich ja nur um 1 bis max 1 1/2 km handeln. Wir also mal losmarschiert .. nach kurzer Zeit merkten wir natürlich auch gleich dass es im Wüstensand erheblich anstrengender ist und man nicht so schnell voran kommt

ich weiss nicht mehr wie oft wir in der Mittagshitze uns gewünscht hatten ... wären wir doch nur nicht losgelaufen sondern gefahren
Was solls, zurück gab es nun nicht mehr, also ab durch die Wüste wie einst die ägyptischen Arbeiter auch

das Sonnenheiligtum des Niuserre („Wonne des Re“) liegt auf einem "natürlichen" Hügel den wir auch noch "erklimmen" mußten. Wir betraten den großen Hof seitlich und nicht wie einst über den Aufweg. Aber erst mal etwas zu dem Sonnenheiligtum des Niuserre in Abu Ghourab. In der Description de l'Égypte wurde das Areal das erste mal erwähnt und in den folgenden Jahren haben hier z.b. Perring, Auguste Marriette, Villiers Stuart und Ludwig Borchardt gearbeitet und das Sonnenheiligtum wieder ans Licht gebracht.
Heute ist von der großen Anlage nur noch der Sonnenhof mit dem Altar und dem Obeliskensockel zu besichtigen.


In der Mitte des großen Hofes ist der Hauptkultort, der große Alabasteraltar zu sehen. Der Altar besteht aus einer runden (etwas erhöhten) Scheibe, in der Mitte außen herum sind 4 Blöcke, die aussehen wie die Hieroglyphe für das Htp-Zeichen, in alle Himmelsrichtungen darum angebracht. Man könnte den Altar auch als Hieroglyphe „möge Re zufrieden sein“ lesen.

Der große Sockel des Obelisken wurde bei der ersten Erforschung fälschlicherweise als Pyramidensockel ausgegeben. Spätere Grabungen haben dann aber herausgefunden, dass es sich um den Sockel für einen großen Obelisken handelte.

Im Sonnenhof haben wir auch die Auffangbecken aus Alabaster "gefunden" von denen es einst 10 Stück gab und heute nur noch 9 vor Ort sind. Diese Auffangbecken stammen aus dem große Schlachthof (einst ca. 800 m² groß) den wir leider nicht lokalisieren konnten. Es soll in dem Sonnenheiligtum einst einen großen und kleinen Schlachthof mit Ablaufrinnen gegeben haben. Die Ägyptologen sind sich aber noch nicht einig ob hier auch wirklich Tiere geopfert wurden oder ob es sich nur um rituelle Opferungen gehandelt hat.

Auf unserem Rundgang haben wir auch noch eine Kartusche von Niuserre gefunden. Dieser "Türpfosten" zierte wohl einst einen der vielen Eingänge in den Sonnenhof

Hier mal eine Rekonstruktion des Sonnenheiligtums des Niuserre
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http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Templ ... bousir.jpgUm diesen Bericht nun nicht zu lange werden zu lassen kommen wir zum Schluß. Wie ihr euch denken könnt haben wir nicht noch einmal den beschwerlichen Weg zurück zu Sahure angetreten, sondern haben den geraden Weg durch die Wüste zurück durch einen Palmenhain zu unserem Fahrer angetreten.
weiter geht es dann mit dem nächsten Tag -->