Salam!
Daniel Jackson hat geschrieben:Wenn es wirklich Kent Weeks sein sollte, der auf dem Foto zu sehen ist, hängt die Grabung vermutlich mit KV5 zusammen... Der Abstand ist zwar nicht gering, aber wer weiß.
Hmmmm .... sieht mir schon nach Weeks aus ....
Mich verwundert diese Grabung allerdings auch.
An KV5 mag ich in diesem Zusammenhang eigentlich nicht glauben, das liegt irgendwelche (mal geschätzt!) 100 - 150 Meter weit davon entfernt und ist eben ein klassischer Grabgang und verfügt von daher auch konsequenterweise nicht über Außenanlagen.
Schaut man sich die Lagekarte so an, so müsste es eigentlich wirklich mit dem Deibel zugehen, wenn an genau diesem (Grabungs-) Ort nix liegen würde!
Ich habe übrigens einen online-Geheimtip:
http://www.thebanmappingproject.com/
Dort kann man sich einen exakten Atlas anschauen, der aus wirklich sehr guten und scharfen Luftaufnahmen besteht. Und die kann man nach Belieben zoomen!
Mir bleibt eigentlich nur eine einzige Vermutung: natürlich fehlen zu einigen Pharaonen noch die dazugehörigen Gräber und es wäre wirklich EXTREM unwahrscheinlich, wenn nicht wenigstens einige davon (noch) im Tal der Könige aufzufinden wären.
Aber fragwürdigerweise zieht Weeks offenbar keine Suchgräben; ich kann mir nicht vorstellen, daß er mit radiometrischen Messungen in diesem Gelände weiterkommt. Das ließe eigentlich nur noch den Schluß zu, daß er mit konkreten Lageangaben gezielt graben kann, dann aber hätten alle voll- und halbprofessionellen Stellen geschwiegen haben müssen als wären sie selber Gräber. Das aber passiert mitunter durchaus! Dann steht immer eine wirklich große Überraschung kurz bevor, alles schon erlebt!
Übrigens: Natürlich lassen sich Ausgräber ansprechen! Es obliegt ihrer eigenen Charakterstärke oder -Schwäche, wie sie mit Ansprachen umgehen; mir persönlich zeigt die Erfahrung, daß sie eigentlich ganz gern ein bißchen erzählen. Manche sind regelrechte Plaudertaschen, die ihren fachspezifischen Ausführungen auch ganz gern mal ein paar Anekdoten anflechten. Andere sind hochnäsig und arrogant, kommt auch vor. Aber prinzipiell muß man sich vorstellen, daß tätige Ausgräber mit vollem Herzen dabei sind und meist unter Spannung stehen. Demzufolge teilen sich viele eigentlich ganz gern mit. Angeblich soll Mark Lehner so ein Typ sein!
Zugegeben: je spezifischer und genauer Fragen an sie sind, desto zugewandter sind sie. Sie erkennen daran, daß Hintergründe durchaus da sind, einiges an Wissen vorausgesetzt werden kann und sie ziemlich schnell da einsetzen können, wo ihr Projekt hin will. Jemandem das Alte Ägypten buchstäblich von Adam und Eva an erklären zu wollen, geht ihnen für gewöhnlich zu weit. Man sollte also schon etwas mehr als nur ein "grobes Raster" altägyptischer Geschichte im Kopf haben und generell (beispielsweise in dieser konkreten Situation!) über das Tal der Könige informiert sein.
Ich brütete mal mit einem Freund in Kairo über diesen merkwürdigen Halbsarkophag, dessen Wanne ja aus München dazukommen soll. Wie ich da so stehe, grübele und murmele, löst sich ein kleiner, alter Mann aus der Menge, tippte mir lächelnd auf die Schulter und berichtete mir in wasserklarem Deutsch über Zusatzinfos, die ich über diesen Sarkophag noch nicht hatte. Ich bedankte mich artig, und als ich meinen Freund ansah, war der zwischenzeitlich aschfahl geworden und stand mit heruntergeklapptem Unterkiefer da. Auf meine Frage, ob ihm spontan schlecht geworden sei, antwortete er:
"Ja. Allerdings. Das war gerade der leitende Professor für Ägyptologie aus meiner Uni."
Tjajajaja .... so sind sie, die Herren Ägyptologen .... Schwafeltassen zumeist und oft sehr jovial!
Also, wenn ihr einem auf freier Wildbahn begegnet, sprecht ihn ruhig an!
Gruß
Nebtaui
<<< Wer einmal von den Wassern des Niles getrunken, kann seinen Durst niemals mehr woanders stillen. >>>