Salam!
Besten Dank für die interessante Antwort!
Wenn getz nich bald gut is mit de ganzen Komplimente, verstell ich mich absichtlich auf blöd. So!
Dank nochmals!
Da werde ich wohl doch noch mal den Herodot lesen müssen, was?
Jein.
Um der Wahrheit die Ehre zu erweisen, ist das Ding nicht leicht zu lesen und erfordert einiges an, sagen wir: begleitendem Wissen. Denn auch Herodot ist weder Maß aller Dinge noch der Weisheit letzter Schluss; wäre er so genial wie vermutet, so würde nicht die halbe Menschheit über das einzige Indiz brüten, was er uns über die Errichtungsweise überhaupt überlassen hat: "Mit kleinen, runden Hölzern." Punkt. Aus. Schluß. Es ist zum Verzweifeln.
Nur weil da was vom Pharao drin steht (Und noch nicht mal so schön gemalt, wie es in den Gräbern üblich war, und wohl auch noch falsch geschrieben), das soll dann ein Beweis sein, dass es sich um ein Grab handelt?
Nochmal Jein.
Zunächst einmal sind diese Graffitti schon recht bedeutsam; sie sind ganz offensichtlich nicht Teil der Pyramide, wohl aber Teil des Blockes, auf dem sie stehen. Verwirrend? Nicht wirklich. Diese Graffitti sind nämlich das Zeichen der Kolonne, die diesen Block gebrochen und an seinen endgültigen Platz im Bauwerk gebracht hat. Je mehr Blöcke mit dem Zeichen einer bestimmten Kolonne am Arbeitstagsende zu verzeichnen waren, umso mehr Prämien und Zuwendungen bekam der Trupp! Das Team, welches nur das Soll schaffte, erhielt die Grundversorgung und wer darüberhinaus leistete, erheblich mehr. Deshalb nannten sich einige Trupps launig und markant; es sind Kolonnennamen bekannt wie z.B.: "Chufus Trunkenbolde!".
Zum Schichtende wurden solche Zeichen gezählt, vermerkt und in Prämien bzw. Zulagen verwandelt. Übrigens eine interessante Randbemerkung: daher kommt der biblische Spruch mit den "vollen Fleischtöpfen Ägyptens", als die Hebräer bei ihrem Auszug in der Wüste halb verhungerten!
Im Gegenzug aber, wenn jemand eine Theorie aufstellt, die sich vielleicht ein bißchen exotischer anhört, dann wird direkt abgewunken: Keine Beweise, auch wenn diese kleinen Indizien da sind. Da ist man entweder ein Spinner oder nur geldgeil.
Hehehehe .... da biste bei mir allerdings goldrichtig! Ich gelte in der Szene durchwegs als "Querulant" und "Spinner", weil ich mir durchaus genau diese künstlerische Freiheit herausnehme und Funde bzw. Indizien sehr wohl mutigerweise anders "kombiniere" als dies gemeinhin nach "Schulwissenschaft" genehm erscheint! Also: mach ruhig weiter so und fabuliere! Sehr, sehr viele letztendlich gesicherten Erkenntnisse wurden auf der Basis von Ideen verifiziert, die genau solche "Querulanten" und "Spinner" gewissermaßen pioniermäßig entwickelt haben!
Das mit der Roten Pyramide ist ja interessant!!!
Du hast da echt was gemerkt?
Allerdings!
Die kurze Vorgeschichte im Telegrammstil:
Ich war mit den Freunden Yehia und Arnold dort und als wir die steile Außenwand zum Eingang emporgekraxelt waren, winkte der Wächter schon ab. Es wäre kein Eintritt möglich, gab er uns zu verstehen. Soeben war wieder einmal die Stromversorgung zusammengebrochen und sämtliches Licht im Innern ausgefallen. Der Beweis dafür erscholl sofort aus der Tiefe, ein ganzer Trupp Italiener tastete sich mit Beulen und Hämatomen fluchend, weinend und rufend zum Aufgang nach außen.
Arnold murmelte: "Im Wagen ist'ne Taschenlampe." und als ich nicht sofort reagierte, schob er ein leicht schmerzverzerrtes Gesicht nach: "Mein Rücken...." - also kraxelte ich hinab, holte die Lampe und kletterte wieder hoch. Über vierzig aber mobil!
In der Grabkammer haben wir dann tatsächlich jedes Gespräch eingestellt und die Lampe gelöscht.
Innerhalb allerkürzester Zeit verloren wir Zeit- und Raumgefühl und erhielten dafür die Gewißheit, daß sich Dimensionen vermischen können. Es drangen Einflüsse auf uns ein, die definitiv nicht aus uns selbst kamen; es war völlig unmöglich, das mit dem Verstande zu er- geschweige denn zu begreifen. Man mag noch "Manipulation" durch das eigene Denken insofern unterstellen, dass die Gemälde und Inschriften in ägyptischen Grabmälern (obschon es in der Roten selbst keine einzige Hieroglyphe, kein einziges Bild gibt) eine völlig andere Bedeutung erlangt haben. Sie begannen zu leben, einfach dazusein und wäre in diesem Augenblick einer der antiken Götter um die Ecke gekommen, weder Arnold noch ich hätten uns gewundert. Was uns aber wirklich erschüttert hat:
wir hätten auch keine Angst gehabt.In einer solchen Situation gerätst du in einen Strudel des Denkens und der Gefühle, der neutral nicht zu beschreiben ist. Ich bin sicher, dass ich unter diesen tausenden Tonnen von Stein
ganz anders empfunden und "gesehen" habe, als in einem tiefen Kohleflöz, der, objektiv betrachtet, höchstens noch intensiver wirken müsste! Ich nehme von mir und aus dieser halben Stunde geboren in Anspruch, zumindest für mich selbst einen erheblich intensiveren Einblick in die Alten Reiche Ägyptens erhalten zu haben; ich werde diese halbe Stunde niemals wieder vergessen. Du verstehst mit dem Herzen, was die Ägypter mit ihrer Sichtweise vom Tode gemeint und gefüht haben: es gibt kein "Abwärts", nur ein "Daneben" und du verstehst, dass die figürlichen Darstellungen der Götter nur Synonyme für Effekte sind .... ich kann das nicht beschreiben ....
Meinste nicht, das lag so an der Einsamkeit und der Stille und vielleicht auch an der Erwartungshaltung, die du hattest?
Nein. Das halte ich für ausgeschlossen.
Ich selbst bin (da selbst durch die Familiengeschichte mit einem guten Schluck Orient in der Blutbahn!) aufschäumend, intensiv und begeisterungsfähig. Arnold aber ist (hoffentlich liest er das jetzt nicht!

) eher der Typ "analytischer Beamter" und er wirkte, nachdem wir das Tageslicht wieder betraten, innerlich noch um einen guten Teil strubbeliger als ich! Er war für mich sozusagen eine taugliche Gegenprobe!
Aber trotzdem sehr spannend. Ich glaub, ich muss da doch mal rein.
Ja! Auf jeden Fall! Mach das!
Vom inneren Zustand her, wenn man das Ausgehackte in der "Grab-" Kammer mal vergisst, ist sie ganz exzellent! Ein altägyptisches Schmuckstück! Fast finde ich sie "hübscher" als die Große!
Obwohl die Rote ist ja so eng
Fand Arnold auch! Yehia ist gleich ganz draußen geblieben, er hasst die Rote genau deswegen! Man hat auch wirklich den Eindruck, als glitte man einen zufällig eckigen Drachenschlund hinunter! Es scheint kein Ende nehmen zu wollen und man ist, einmal unten angekommen, wirklich davon überzeugt, geradewegs auf dem Weg durch die Erdkruste zu sein.
Ich schäume auch nach geschlagenen vier (!) Jahren vor Begeisterung über die Rote über und keinesfalls würde ich, komme ich noch einmal nach Kairo, einen Besuch bei ihr auslassen wollen. Schon ihre äußere Erscheinung ist nahezu ehrfurchtgebietend, ihre Winkel einfach nur perfekt, harmonisch, irgendwie endgültig. Sie ruft: "Seht her! Ich bin das steingewordene Gesetz!" .... kurioserweise scheint kein Mensch, der vor ihr steht, das Bedürfnis zu haben, laut zu sprechen. Ist das nicht seltsam?
Nun hatten wir auch das sagenhafte Glück, daß sich im Dezember kaum jemand zu ihr verirrt und nachdem die (durch nackte Angst!) lauten Italiener einmal von hinnen gelärmt waren, kehrte eine würdige Stille ein.
Du kannst dir die Vollständigkeit von Stille nicht vorstellen, wenn du sie nicht erlebt hast! Die Abwesenheit aller Geräusche ist ohne diese live gemachte Erfahrung
unvorstellbar. Du glaubst, dein eigener Pulsschlag zerreißt dir die Ohren und dein Atem gleicht einem Orkan; wobei wir uns wirklich bemüht haben, sehr, sehr flach zu atmen und den Herzschlag zu langsamerem Takt zu zwingen.
Tippte dir dabei jemand auf die Schulter und sagte: "Hey, du bist grad am Jupiter vorbei.", du würdest leidenschaftslos mit den Achseln zucken. Sagte dir dieser: "Weißt du eigentlich, dass du tot bist?", dann nimmst du auch das gelassen hin. Alles hebt sich auf; und während du offen wirst wie ein Scheunentor, strömt alles hinein, was Priester und Arbeiter mit ihren Gebeten und Händen in die Pyramide gebracht haben.
Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.
Mal wieder unglaublich gut gesagt!
Wenn Du so weiter machst, wirst Du bald das meist zitierteste Mitglied im Forum sein
Nochmal danke!
Ich maße mir an, vielleicht ein wenig längere, mentale Antennen zu haben und nehme dieses Faktum als Aufgabe an. Wenn ich andere zu begeistern weiß, dann habe ich nicht umsonst gesehen und gefühlt. Ich stehe im Dienst derer, deren wirklich anrührenden Händeabdruck ich noch auf einem Stein hinter einer Absperrung sehen durfte. Diesen Stein da, den hatte zuletzt ein Arbeiter vor vielen tausend Jahren in der Hand und über diesen See an Zeit hinaus begrüße ich ihn; den, dessen Hand diesen kleinen Stein achtlos auf die Seite warf. Wohin er wohl gegangen sein mag, als der Aufseher das Ende der Arbeiten und den Tod des Königs ausgerufen hatte? An die Sonne ganz sicherlich; und dann? Zu seiner Frau? In den Tempel? Nach Hause .... ?
Mir ist in diesem Moment, als sähe ich noch seine Ferse, als er gerade um die Ecke biegt und ich wünschte, ich könnte hinter ihm her. In seine Welt. In sein Ägypten.
Ich bin ein Träumer ... und, siehe oben! ein Spinner.
Denn solch poetische Aussagen kann man bestimmt öfter mal nutzen

Tu es! Tu es!
Sowenig, wie altägyptische Künstler auf unser modernes und durch Egoismus entwickeltes "copyright" pochten, so wenig tue ich es! Wenns denn gefällt, freue ich mich!
Gruß
Nebtaui]
<<< Wer einmal von den Wassern des Niles getrunken, kann seinen Durst niemals mehr woanders stillen. >>>