Hi,
frisch zurück von meinem ersten Trip nach Ägypten und einer unvergesslichen Nilkreuzfahrt! Anbei ein paar Bilder von der MS Papyrus, einem extrem coolen Reiseführer und wichtige Tipps.
Fazit: Optimal organisiert vom Reiseveranstalter, super Urlaub und gutes Schiff (Geheimtipp?)
Mein Bericht bezieht sich rein aus meinen (allerersten) Erfahrungen mit der MS Papyrus und dem Veranstalter "Tjaereborg" und einer Woche Nilkreuzfahrt. Da ich Erstbesucher bin, möchte ich darauf hinweisen, dass möglicherweise nicht alle Aussagen für jeden Ausflug zutreffen!
Goldene Tipps für den Papyrusreisenden:
- Viele, viele (!) Euromünzen mitnehmen
- Warme Klamotten in den Wintermonaten mitnehmen
- Bei der ersten Gelegenheit mit Mineralwasserflaschen eindecken
- Ausflugspaket + Fakultative Ausflüge lohnen sich alle (kann aber Anstrengend werden)
- Genügend Akkus und Speicherkarten/Filme für die Kameras mitnehmen
- An den Anweisungen des Reiseführers halten
- Sonnenbrille mitnehmen
- Reise buchen, wenn die Schleuse geschlossen ist (Geheimtipp)
- Reiseapotheke/Reiseführer mitnehmen
- Bei "Fluch des Pharaonen" Reiseführer bescheidgeben
- Städterundgänge zusammen mit dem Reiseführer unternehmen (zumindest bei Erstbesuch)
- Leichte Englischkentnisse genügen
- Für die echt nervigen Händler: "la" = "nein" oder "la schukran" = "nein danke" oder "lalalala"=neinneinneinnein

Veranstalter/Ablauf:
Veranstalter Tjaereborg hat alles so organisiert, dass man sich um fast nichts kümmern muss. Schon am Flughafen wird mit Schildern (Tjaereborg / Jan Reisen / ITS) empfangen und geleitet. Schon hier sprechen fast alle beteiligten Deutsch. Hier haben wir auch als erstes Geschenk eine Wasserflasche bekommen, diese habe ich aufgehoben und zum Zähneputzen/Mundspülen an Bord verwendet. Die fakultativen Ausflüge müssen schon am ersten oder zweiten Abend gebucht werden. Der Reiseleiter (nicht mit Reiseführer verwechslen!) ist für die Organisation und Beschwerden zuständig, ansonsten bekommt man ihn/sie kaum zu Gesicht, alles andere macht der Reiseführer. Der Ablauf war perfekt durchorganisiert, alles war im pünktlich zur Stelle, Informationen zu allen wichtigen Themen waren vorhanden. An der Rezeption gibt es aktuelle Infos für Weiterreisende bzw Flugzeitverschiebungen. Ein schwarzes Brett vor dem Bordrestaurant war immer aktuell und informativ:

Das schwarze Brett an Bord (Namen und Nummer der Reiseleiterin unkenntlich gemacht)
Reisezeit Dezember/Wetter:
Das Wetter war optimal, tagsüber ca. 25 Grad, nachts allerdings runter bis auf 5 Grad. Die Sonne geht recht früh auf (ca. 5 Uhr?) und geht aber auch früh unter (17-17:30 Uhr). Wenn die Sonne untergeht wirds richtig kalt auf Deck, der Fahrtwind machts noch ungemütlicher.
Da die Schleuse in unserer Fahrtwoche zu war, waren alle Nilschiffe schwach besucht. Wir hatten bei uns an Bord 60-70 Mann Besatzung für insgesammt 19 Reisende!! Daher waren auch alle Tempelanlagen nicht von Touristen überfüllt. Da meines Wissens der einzigste Unterschied zur offenen Schleuse die fahrt nach Luxor mit dem Bus anstatt Schiff vonstatten geht (ca. 50min Busfahrt) ist genau diese Reisezeit (meiner Ansicht nach) ein echter Geheimtipp!
MS Papyrus:
Das Schiff wurde in 1998 in Belgien gebaut und hiess vor der Renovierung 2004 noch "Etoile Du Nil II". Die Innenbeschriftungen sind daher auf Französisch. Die Papyrus mag vielleicht nicht eines der schönsten/luxuriösesten Schiffe sein, aber es hat einen ungeheuren Vorteil gegenüber den meisten anderen Nilschiffen: Die Motoren sind sehr(!) leise. Wenn man unter Deck ist, bekommt man nicht mit, dass man ablegt. Die Motoren sind Nachts beim fahren kaum störend, auch beim Sonnen auf Deck stören die lauten Motoren der vorbeifahrenden anderen Nilschiffe um ein vielfaches mehr als die eigenen. Alle Räume sind recht sauber und werden täglich bei abwesenheit vom Personal gereinigt. Hier gibts von unserer Seite keinerlei Beanstandungen. Die Wände sind allerdings dünn wie Papyrus, daher vermutlich der Name. Gepräche kann man im Nebenzimmer mithören! Wenn das Bett quietscht, einfach etwas von der Wand wegrücken, der Zimmernachbar wird es Ihnen danken. Das Essen ist sehr abwechslungsreich und lecker, mit jedem Tag kann man mehr und mehr einheimische Nahrung probieren (am ersten Abend gab es noch Braten mit Pommes, hehe)
Das Schiff wird eigentlich nur zum Essen, Schlafen und Sonnen benutzt. Daher ein paar Bilder dieser "wichtigen" Orte:

Die MS PAPYRUS

Die MS PAPYRUS in voller Pracht

Von Hinten

Schlafzimmer mit riesigem Fenster für einen tollen Nilblick

Bad

Bordrestaurant

Bordrestaurant mit Blick auf Salatbuffet

Blick vom hinteren Sonnendeck in richtung Bug

Leseraum im Bug mit Panorama-Blick auf das Nil
Trinkgeld/Händler/Einkaufen:
Sofort am Anfang, für das hochhieven des Koffers auf den Reisbus wollte einer gleich mal 5 Euro für zwei Personen haben. Hier nicht beirren lassen und am besten kein oder wenig Geld geben, bis man sich mit den Gepflogenheiten besser auskennt. Ich habe hier im Forum einige (sinnlose) Diskussionen darüber gelesen. Auf der MS Papyrus hat man am ersten Abend das Trinkgeld für die gesammte Crew (auch die hinter den Kulissen), den Bus- und Kutschenfahrern bei Ausflügen und sonstigen die mir nicht mehr einfallen. Ein Empfehlung war hier 5 Euro pro Person pro Tag (d.h. 35 Euro für die ganze Woche). Unser Reiseführer hat uns immer drarauf Aufmerksam gemacht, wenn er z.b. dem Busfahrern seinem Anteil aus diesem Pool gegeben hat. Ansonsten wird man immer und überall um "bakschisch/Trinkgeld" gebeten. Meine Erfahrungen/Tipp: Jedem das geben, was man denkt passt und vernünftig ist. Also der Zimmerservice bekam am Schluss etwas extra für die ordentliche Arbeit und die lustigen Figuren aus den Badetüchern. Auch der Barkeeper der extra für uns kurz nach Mitternacht (nach der All-inklusive Zeit 10-24 Uhr) nur für uns zwei die Bar nochmal aufgemacht hat. Der lustige Kerl am Abflugshafen, der den Koffer vom Boden auf das Förderband gehoben hat, bekam "nur" ein freundliches Dankeschön, trotz versteckt aufgehaltener Hand... die Trinkgelder waren übrigends bei uns zwischen 50 Cent und 2 Euro. Achtung auch bei den Tempeln! Oft wird man von einheimischen zu besonders "schönen" Plätzen zum fotografieren gelockt. Auch hier dreht sich alles um mehrere Euro Trinkgeld. Die Gespräche fangen meist harmlos an "How do you like the tempel", "Whats your name", etc.
Die Händler sind leider sehr oft penedrant und nervig! Bei Stadtrundgängen, auf den Tempelanlagen, an den Docks, überall stürzen sie sich auf die Touristen und lassen absolut nicht locker. Meine besten Erfahrungen hatte ich indem ich die Sonnebrille aufhatte. Denn sobald man auch nur etwas bestimmtes beim vorbeigehen ansieht, kommen die Händler damit an. Mit Sonnenbrille und Kopf geradeaus ist es bei mir besser gegangen und ich konnte trotzdem die Waren von der Ferne begutachten. Die genannten Preise werden meist nach Gutdünken festgelegt. Bestes Beispiel: ein Händler wollte für ein stumpfes Billigst-Messer und ein T-Shirt 65 Euro! Mein Mitreisender hat 4 Euro vorgeschlagen und ist weitergelaufen. Mit jedem Schritt wurde der Preis günstiger, bis man sich tatsächlich auf die 4 Euro geeinigt hatte. Daher unser Tip: Überlegen, was einem der Tand wirklich wert ist, handeln und wenn der Preis nicht kommt weggehen. Meist machen die Händler dann mit, da sie wohl trotzdem noch daran verdiehnen. Wichtig ist immer freundlich und höflich zu bleiben.
Zu den Ausflügen gehören auch Ausflüge in ein Juweliergeschäft, einer Parfümerie und einer Alabasterwerkstatt. Wir können es nicht beweisen und wollen keinem etwas unterstellen, aber ich denke hier wird nochmal abgezockt. Der Schmuck im Juweliergeschäft ist nicht wirklich gut verarbeitet, 18 karat Gold hin oder her. Die Parfümessenzen finden wir klasse, die Glasfläschchen sind aber zu teuer. Auch die Figuren in der Alabasterwerkstatt sind nicht sonderlich gut verarbeitet gewesen. Umso deutlicher ist uns dies geworden, nachdem wir die meisten Dinge beim Abflug im Duty-Free Shop am Flughafen wiedergesehen haben. Nur war hier der Schmuck wesentlich besser verarbeitet (Preise ähnlich), ebenso wie die Alabasterfiguren. Einen erheblichen Unterschied gab es bei den Parfümfläschchen, im Laden 120 LE, im Duty-Free-Shop 2,50 Euro...(Parfümessenzen konnte man nicht am Flughafen kaufen und die Auswahl war natürlich erheblich weniger als in den Läden)
Manche Touristen haben noch die beliebte Wasserpfeife gekauft, die gab es sogar in handlichen Plastiktaschen für den Rücktransport. Achtung: Diese dürfen beim Rückfluck nicht als Handgepäck mitgenommen werden, daher vor dem Abflug am besten mit alten Klamotten vor Schäden schützen.
Ansonsten braucht man keine Scheine größer als 10 Euro, in den Läden, bei dem man mehr Geld ausgeben kann, hatte man immer die Möglichkeit mit Karte zu bezahlen (sogar Maestro ging). In den ganz seltenen Fällen, dass man NICHT mit Euro bezahlen konnte, hat unser Reiseführer uns ausgeholfen und Geld gewechselt.
Achtung auch vor Trickbetrüger: Auf der Strasse kein Geld wechseln oder beim Einkaufen von dritten Ablenkenlassen!
Ausflüge / Ausflugspakete:
Der Fokus einer Nilkreuzfahrt liegt definitv auf alles kulturelle und geschichtliche Ägyptens. Wer fit ist und die nötige Reisekasse dafür hat, sollte möglichst viele Ausflüge buchen, es lohnt sich! Alle gehen nicht, da sich manche zeitlich Überschneiden. Da ich zwangsweise die anderen nicht kenne, werde ich keine Empfehlungen machen (Ausser Abu Simbel, hier lohnt sich das frühe Austehen um 3 Uhr und die 89 Euro extra). Wir haben alle zeitlich machbaren mitgemacht und alle haben sich gelohnt und waren unserer Ansicht nach meist ihrem Geld wert.

Reiseführer:
Die Qualität der Reise hängt auch viel vom Reiseführer ab. Durch die geringe Touristenanzahl wurden einige Ausflüge zusammengelegt und wir konnten 3 andere Resieführer kennenlernen. Eigentlich waren alle recht gut, das deutsch von ok bis sehr gut. Wir habe beim Ausflug in ein nubisches Dorf einen kennengelernt, der durch extrem gutes Deutsch und einen Erzählstil beeindruckt hat, bei dem man sehr gern zuhört! Leider haben wir uns nicht den Namen geben lassen.
Aber auch unser Reiseführer Ahmed war spitze! Von seinen Kollegen auch "Kleiner dicker Heiliger" genannt!


Reiseführer mit noch nie benutztem Regenschirm und rechts mit Schal und langen! Unterhosen bei sommerlichen Temperaturen

Wer übrigends mal eine spezielle Reiseführung (vor allem Kairo) bei ihm mieten will, dem kann ich die Kontaktdaten zumailen oder falls erlaubt hier im Forum posten. Er hat uns hierfür seine Visitenkarte gegeben.
Ich hoffe ich konnte mit diesem kleinen Bericht den zukünftigen Nilreisenden etwas weiterhelfen, ich habe sehr viele Bilder gemacht (auch von vorbeifahrenden anderen Nilschiffen), möchte aber nicht zukünftigen Reisenden dieses tolle Ausflugsziel zu sehr "spoilern"
Wer noch nähere Fragen zu diesem speziellen Tjaereborg/ MS Papyrus Ausflug wissen will, nur zu. Auch möchte ich mich an dieser Stelle für die Betreiber und die vielen User dieses sehr informativen Forums bedanken und wünsche noch allen viel Spass auf ihren weiteren Trips in das Land der Pharaonen!

Traumhafte Sonnenuntergänge auf dem Nil von der MS Papyrus aus fotografiert
Den Beitrag für Anmerkungen und Fragen findet Ihr hier:
http://www.isis-und-osiris.de/isisosiri ... 8869#68869