Hallo,
vor 2 Wochen haben meine Frau und ich den Aufstieg auf den Mosesberg gewagt.
Unser Hotel in Sharm el shejkh haben wir gg. 2200 Uhr verlassen. Ca. 250 km Strecke, sodass wir gg. 01.00 Uhr in der Nähe des Klosters waren. Vom Reiseleiter bekommt man Taschenlampen (pro paar 1 Lampe). Dann gehts auch schon los. mindestens 2,5 bis 3 Std. dauert der Aufstieg bis zur "Kamelendstation" ein grob sich vom Geröllfeld abzeichnender "Weg" in Serpentinen. Steigung zwischen 10 und 35 grd.
Man kann sich so ziemlich am Beginn der Strecke auch ein Kamel mit Treiber mieten. Offizieller Preis ca. 40 LE ( ca. 5-7 ?). Aber unter 10 ? erhebt sich nicht einmal ein Beduinenjunge. Wenn Du insgeheim bei dem Gott der Kamele Abbitte geleistet hast, bist Du nach 2-3 h glücklich oben. Abbitte deshalb, weil es für die Tiere eine Heidenarbeit ist, sich selbst und dann noch einen fetten Europäer huckepack diese furchtbare Strecke hoch zu bringen...
Von der Kamelendstation geht es dann noch mal ca. über 700 grob aus dem Fels gehauene Treppenbstufen zum Gipfel. Oben angekommen, wartest Du dann noch bis (natürlich entsprechend Jahreszeit ) die Sonne hinter dem Horizont hervorkommt. Bei uns war das gg. 07.30 (der Reiseleiter meinte zwar was von 6.30 - vermutlich dachte er, beim letzten mal kam sie pünktlich 6.00 - und da auf die Sonne verlass ist, kommt sie immer zu dieser Zeit

). Wenn Du Glück hast, wie wir, hast Du auf dem nicht sehr großen Gipfelplateau freien Blick gen Osten und es beginnen mehrere Personen feierlich zu singen (bei uns waren es Japaner und es war ergreifend).
Danach auf dem Absatz kehrt und alles den gleichen Weg wieder hinunter ins Tal - vielleicht diesmal nur 2 Std. Aber sicher ohne Kamel - es sei denn, man hat da oben mit der Welt abgeschlossen ...
Irgendwann ist man dann unten am Kloster zusammen mit den anderen 5000 und wartet geduldig bis 09.00, bis sich die Pforte öffnet. Es sind da schon ein paar Kostbarkeiten, die man in dem Kloster zu sehen bekommt, ob es sich gelohnt hat, muss jeder für sich und mit sich ausmachen. Beeindruckend ist es allemal und zu wissen, wo das seinen Ursprung hat, dass man nicht "seines Nächsten Weib begehren soll" kann schliesslich auch nicht schaden.
Der brennende Dornenbusch entpuppt sich, nachdem er offensichtlich seine einmalige Funktion erfüllt hat, als ein ordinärer Brombeerstrauch....
Alsoooo :
Wir haben es nicht bereut, der Preis hielt sich mit 48? in Grenzen, die Fahrt war nicht zu lang.
Mitnehmen : Pullover, feste Hose, festes Schuhwerk, Kamera
Getränke auf dem Aufstiegweg alle 2 km eine Bretterbude mit Wasser, Cola etc. Aber bedenke : der Berg, die Kamele, der Weg, die Bretterbuden sind alles Eigentum der Beduinen. Und in der alttestamentarischen Reihenfolge müssten die noch vor den Dieben und Zöllner eingeordnet werden.
Ma salama
Dieter
edit by isis
Habe Deinen Bericht in die Rubrik Reise und Hotelberichte kopiert. Mai 2004