Nagib Machfus

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Samira
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Nagib Machfus

Beitragvon Samira » So 09 Jul, 2006 14:39

Nagib Machfus, geboren 1911 in Kairo, gehört zu den bedeutendsten Autoren der Gegenwart und gilt als der eigentliche "Vater des ägyptischen Romans". Sein Lebenswerk umfasst mehr als vierzig Romane, Kurzgeschichten und Novellen. 1988 erhielt er als erster arabischer Autor den Nobelpreis für Literatur.

Hier die von mir bis jetzt gelesenen Titel, ich habe die Bücher regelrecht verschlungen:
"Die Midaq-Gasse"
"Die Kinder unseres Viertels"
Kairoer Trilogie: "Palast der Sehnsucht" + "Zuckergässchen" + "Zwischen den Palästen".

Samira

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Bes
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Beitragvon Bes » Mo 10 Jul, 2006 14:24

Hallo Samira,

das hört sich ja sehr vielversprechend an.

Gib uns doch mal eine kurze Rezension dieser Bücher, damit man weiß, was einen erwartet.

Danke
Bes
...auf weinfarbenem Meer segelnd zu anderen Menschen...

Homer, Odyssee, 1. Gesang, Vers 183

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Beitragvon Samira » Mo 10 Jul, 2006 21:18

Nagib Machfus: Die Kairo-Trilogie
Abd al-Gawwad, der übermächtige Herrscher der Familie, ist gefürchtet und geliebt zugleich: Strotzend vor Vitalität und Lebenslust ist er ein liebenswürdiger Freund und geistreicher Unterhalter, ein Kenner von Kunst und Gesang, und nicht zuletzt ein feinfühliger Liebhaber schöner Frauen. Doch wenn er die Treppe zu seinem Palast hochsteigt, verwandelt er sich zum gnadenlosen Patriarchen, der Ehefrau, Töchter und Söhne an seinen Fäden führt.Als die Wünsche und Hoffnungen jedes einzelnen an die Oberfläche kommen, verstricken sich die Familienmitglieder immer tiefer im Geflecht ihrer verunsicherten Beziehungen.

Die Midaq-Gasse:
Onkel Kamil, der Bonbonverkäufer, al-Hilu mit seinem Friseursalon, der alte Dichter, den keiner mehr hören will, seit es das Radio gibt - jeder sucht seinen eigenen Weg in die Zukunft. Umm Hamida, wandelndes Lexikon aller Missetaten, hat täglich mehr zu erzählen über die Geheimnisse der Gasse, denn eine Welt ist in Unordnung geraten.

Die Kinder unseres Viertels:
Am Ende der Straße, dort, wo die Wüste beginnt, steht das große Haus. Hinter hohen Mauern in einem paradiesischen Garten wohnt hier der geheimnisvolle Gabalawi, der Stammesvater des Viertels. Seit undenklichen Zeiten hat ihn niemand mehr gesehen. Dennoch leitet er wie mit unsichtbarer Hand das Schicksal seiner Kinder und Kindeskinder. Wächter und Verwalter terrorisieren das Viertel in wiederkehrenden Wellen von Aufruhr und Unterdrückung. Auf Adham folgt Gabal, auf Gabal Rifaa, auf diesen Kasim. Sind sie Figuren der Menschheitsgeschichte, hinter denen sich Adam, Moses, Jesus und Mohammed verbergen? Und wer ist Arafa, der mit Hilfe der Wissenschaft und der Zauberei die Zwietracht und Gewalt zwischen den »Kindern unseres Viertels« zu beseitigen trachtet?Immer wieder breitet sich der Mantel des Vergessens und des Schweigens über das Vergangene. In den Liedern zur Rabab und den Geschichten, die zur Opiumpfeife in den Kaffeehäusern erzählt werden, überleben die Taten und Ideale von Adham, Gabal, Rifaa, Kasim und Arafa, die auszogen, der Gewalt ein Ende zu setzen.
Auch Nagib Machfus erlebte das Räderwerk der Gewalt: Nach dem Erscheinen der ersten Folgen in der Zeitung Al Ahram 1959 wurde die Veröffentlichung des Romans unterbunden. Als Nagib Machfus fast dreißig Jahre später mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, sprachen einige islamische Fundamentalisten über den Autor ein Todesurteil aus. »Die Kinder unseres Viertels« sind bis heute in Ägypten nicht erschienen.

Samira

bint hathor

Nagib Mahfus gestorben

Beitragvon bint hathor » Do 31 Aug, 2006 10:00

Hallo,

gerade lese ich in der Zeitung, dass Nagib Mahfus im Alter von 94 Jahren gestorben ist. Ich habe mir erst kürzlich 2 seiner Bücher gekauft - wird jetzt höchste Zeit, dass ich sie lese (lese schon 3 andere parallel... ).
Siehe auch hier: http://www.sueddeutsche.de/,panl1/kultur/artikel/975/83892/

bint_hathor