Bezahlen auf dem Nilschiff
Bei 60 Angestellten wird das Trinkgeld ja theoretisch noch grösser, wenn man von den 25 Euronen pro Person ausgeht. Da kann mir dann keiner erzählen, das würde fair unter dem Fussvolk beim Personal aufgeteilt werden. Kann sein, dass die auch beim LE von der Gesamtsumme sehen, aber sicher wird sich die TUI-Tanten und -Herren auch was einstecken. Und sorry, die muss ich eigentlich nicht mitfinanzieren.
Ich will ja auch gar nicht in Abrede stellen, dass an Bord hart
e Arbeit geleistet wird. Und dass die Jungs schwer am schuften sind. Aber Aber 11-12 stündige Arbeitstage kenne ich auch. Das ist doch deren Job, für den sie auch bezahlt werden. Und wenn die Reiseveranstalter magere Hungerloehne zahlen, ist sicher an der Schraube zuallererst anzusetzen. Und wenn dies durch höhere Preise der Reisen an sich finanziert werden muss. Sich das aber ganz frech von den Urlaubern vor Ort als Pauschalsumme wiederholen zu wollen, wäre schon mehr als dreist - wenn es denn überhaupt so ist.
Gruss,
Mike
Ich will ja auch gar nicht in Abrede stellen, dass an Bord hart
e Arbeit geleistet wird. Und dass die Jungs schwer am schuften sind. Aber Aber 11-12 stündige Arbeitstage kenne ich auch. Das ist doch deren Job, für den sie auch bezahlt werden. Und wenn die Reiseveranstalter magere Hungerloehne zahlen, ist sicher an der Schraube zuallererst anzusetzen. Und wenn dies durch höhere Preise der Reisen an sich finanziert werden muss. Sich das aber ganz frech von den Urlaubern vor Ort als Pauschalsumme wiederholen zu wollen, wäre schon mehr als dreist - wenn es denn überhaupt so ist.
Gruss,
Mike
- AliveAgain
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Wieso wird hier eigentlich davon ausgegangen, dass das Geld nur unter der Besatzung verteilt wird? Und warum glaubt man, dass es nicht gerecht verteilt wird? War schon jemand bei der Verteilung dabei? Ich nicht.
Natürlich werden diejenigen, die ständig mit den Gästen zu tun haben, mehr bekommen - da bin ich mir sicher und halte es auch für richtig.
Von dem eingesammelten Geld wurden auf meiner letzten Reise im Übrigen sämtliche Trinkgelder bestritten, die es zu verteilen gab: Nicht nur für die Besatzung, sondern auch z.B. für die Busfahrer, die Kutscher, usw.
Und wer hier meint, dass die Besatzung zuviel verdienen würde, der sollte sich mal die Begleiterscheinungen eines solchen Jobs vor Augen halten, z.B. extrem lange Arbeitszeiten zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten.
Und wie toll muss es wohl sein, wenn man die eigene Familie über ein oder 2 Wochen nicht zu Gesicht bekommt? Für das alles MUSS es einen Ausgleich geben und der ist eben meistens finanzieller Natur.
Das ist bei mir auch so, oder meint einer, dass es viel Spass macht 2 Tage um 6 Uhr, 2 Tage um 14 Uhr und 2 Tage um 22 Uhr anzufangen? Auch die 4 freien Tage danach stellen keinen Ausgleich dar, zumal es ja rein rechnerisch weniger ist, da ich am ersten freien Tag erst um 6:30 Uhr zu hause bin und am letzten recht früh ins Bett muss, weil der Wecker ja um 4 Uhr bimmelt. Wenn das nicht finanzielle Vorteile hätte könnte mich mein Arbeitgeber mal...
Ergo: Wer meint, dass 25 Euro/Woche zuviel ist, der sollte sich ein anderes Reiseziel aussuchen, z.B. Bayrischer Wald mit Verpflegung im benachbarten Ausland, weil's da noch billiger ist.
Ich muss im Urlaub auch nicht mein Geld mit beiden Händen zum Fenster rauswerfen, aber wenn ich jeden Cent dreimal umdrehen müsste wäre mir der Urlaub schon verdorben.
Ein schönes Wochenden noch von einem, der auch an diese WE mal wieder arbeiten darf...
AliveAgain
Natürlich werden diejenigen, die ständig mit den Gästen zu tun haben, mehr bekommen - da bin ich mir sicher und halte es auch für richtig.
Von dem eingesammelten Geld wurden auf meiner letzten Reise im Übrigen sämtliche Trinkgelder bestritten, die es zu verteilen gab: Nicht nur für die Besatzung, sondern auch z.B. für die Busfahrer, die Kutscher, usw.
Und wer hier meint, dass die Besatzung zuviel verdienen würde, der sollte sich mal die Begleiterscheinungen eines solchen Jobs vor Augen halten, z.B. extrem lange Arbeitszeiten zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten.
Und wie toll muss es wohl sein, wenn man die eigene Familie über ein oder 2 Wochen nicht zu Gesicht bekommt? Für das alles MUSS es einen Ausgleich geben und der ist eben meistens finanzieller Natur.
Das ist bei mir auch so, oder meint einer, dass es viel Spass macht 2 Tage um 6 Uhr, 2 Tage um 14 Uhr und 2 Tage um 22 Uhr anzufangen? Auch die 4 freien Tage danach stellen keinen Ausgleich dar, zumal es ja rein rechnerisch weniger ist, da ich am ersten freien Tag erst um 6:30 Uhr zu hause bin und am letzten recht früh ins Bett muss, weil der Wecker ja um 4 Uhr bimmelt. Wenn das nicht finanzielle Vorteile hätte könnte mich mein Arbeitgeber mal...
Ergo: Wer meint, dass 25 Euro/Woche zuviel ist, der sollte sich ein anderes Reiseziel aussuchen, z.B. Bayrischer Wald mit Verpflegung im benachbarten Ausland, weil's da noch billiger ist.
Ich muss im Urlaub auch nicht mein Geld mit beiden Händen zum Fenster rauswerfen, aber wenn ich jeden Cent dreimal umdrehen müsste wäre mir der Urlaub schon verdorben.
Ein schönes Wochenden noch von einem, der auch an diese WE mal wieder arbeiten darf...
AliveAgain
- Tursiops
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@ AliveAgain
"Wieso wird hier eigentlich davon ausgegangen, dass das Geld nur unter der Besatzung verteilt wird?"
??? An wen denn sonst noch?
"Natürlich werden diejenigen, die ständig mit den Gästen zu tun haben, mehr bekommen - da bin ich mir sicher und halte es auch für richtig."
Warst du schon mal im Maschinenraum eines Schiffes einfacherer Bauart (also nicht auf einem hochmodernen Containerfrachter)? Du würdest da spätestens nach einer Stunde alles hinschmeißen: Heiß, laut, kein Gehörschutz, wenig Frischluft, es stinkt nach Diesel und Schmieröl. Und der Ölfuß, der dafür sorgt, dass das Schiff überhaupt zum nächsten Anleger kommt und ständig Strom an Bord ist, soll weniger bekommen als der livrierte Barkellner mit toller Aussicht auf dem Oberdeck? Pfui!
"Und wie toll muss es wohl sein, wenn man die eigene Familie über ein oder 2 Wochen nicht zu Gesicht bekommt? Für das alles MUSS es einen Ausgleich geben und der ist eben meistens finanzieller Natur. "
Typisch deutsches Denken! Weißt du, wie viele Ägypter in Hurghada, Luxor, Sinai arbeiten, ihre Familie wohnt in Kairo und mit Glück sehen sie Frau und Kinder einmal pro Vierteljahr? Dann wird wieder ein Kind gezeugt, und mit jedem Kind muss er noch mehr in der Ferne malochen und kommt nur alle 6 Monate.
Jo
"Wieso wird hier eigentlich davon ausgegangen, dass das Geld nur unter der Besatzung verteilt wird?"
??? An wen denn sonst noch?
"Natürlich werden diejenigen, die ständig mit den Gästen zu tun haben, mehr bekommen - da bin ich mir sicher und halte es auch für richtig."
Warst du schon mal im Maschinenraum eines Schiffes einfacherer Bauart (also nicht auf einem hochmodernen Containerfrachter)? Du würdest da spätestens nach einer Stunde alles hinschmeißen: Heiß, laut, kein Gehörschutz, wenig Frischluft, es stinkt nach Diesel und Schmieröl. Und der Ölfuß, der dafür sorgt, dass das Schiff überhaupt zum nächsten Anleger kommt und ständig Strom an Bord ist, soll weniger bekommen als der livrierte Barkellner mit toller Aussicht auf dem Oberdeck? Pfui!
"Und wie toll muss es wohl sein, wenn man die eigene Familie über ein oder 2 Wochen nicht zu Gesicht bekommt? Für das alles MUSS es einen Ausgleich geben und der ist eben meistens finanzieller Natur. "
Typisch deutsches Denken! Weißt du, wie viele Ägypter in Hurghada, Luxor, Sinai arbeiten, ihre Familie wohnt in Kairo und mit Glück sehen sie Frau und Kinder einmal pro Vierteljahr? Dann wird wieder ein Kind gezeugt, und mit jedem Kind muss er noch mehr in der Ferne malochen und kommt nur alle 6 Monate.
Jo
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AliveAgain hat geschrieben:Wieso wird hier eigentlich davon ausgegangen, dass das Geld nur unter der Besatzung verteilt wird? Und warum glaubt man, dass es nicht gerecht verteilt wird? War schon jemand bei der Verteilung dabei? Ich nicht.
Weil ich nach meinen Erfahrungen und Berichten Einheimischer den Reiseveranstaltern kein Vertrauen mehr schenke. Ein Beispiel, dass nur indirekt mit den Kreuzfahrtschiffen zu tun hat:
Die meisten Touristen-Restaurants der Luxor-Westbank sind darauf angewiesen, dass Reisegruppen zum Mittagessen einkehren, um überleben zu können. Durch den Pauschaltourismus mit Halbpension gibt es nur wenig Laufkundschaft. Wie mir mehrfach berichtet wurde, ist das Geschäft wegen der großen Konkurrenz hart. Die Reiseveranstalter können es sich deshalb erlauben, den Restaurants Knebelverträge aufzuerlegen. Wer aufmuckt, wird nicht mehr angefahren. So einfach ist das.
Ob das Trinkgeld an Bord beim Personal gerecht verteilt wird, wer weiß das schon? Wer kontrolliert das? Und selbst wenn nur wenige LE beim Einzelnen ankommen, wer wird da schon aufmucken, wenn doch an jeder Straßenecke Arbeitssuchende stehen, die den Job liebend gerne machen würden?
Entlarvend ist ein Fundstück aus dem Netz, was ich gerade gesehen habe.
Zoser-Reisen schreibt da:
Aufgrund der niedrigen Gehälter in Ägypten erheben wir am Anfang einer Nilkreuzfahrt oder einer Rundreise pro Tag und pro Person ca. EUR 4,- Trinkgeld. Diese Pauschale wird an das gesamte Personal während Ihrer Reise verteilt. Trinkgeld (Bakschisch) ist in Ägypten üblich und wird ohne die oben genannte Pauschale von jedem in Ägypten verlangt. Diese Pauschale hilft also, den Urlaub entspannter genießen zu können.
Quelle: http://weg.de/reisen/Aegypten/Kairo/Zos ... 38768.html
Das ist schon reichlich absurd: "Wegen der niedrigen Gehälter in Ägypten...". - Ähem, wer zahlt denn die niedrigen Gehälter? Wenn das den Reiseveranstalter so derart besorgt, dann kann er dieses Trinkgeld doch schon pauschal auf den Reisepreis erheben oder schlichtweg ein höheres Gehalt zahlen. (Wie wäre es mit den Gewinnen aus den überteuerten Visaverkäufen?) Dann ist das so und gäbe es auch keine Diskussionen mehr.
Nett auch: "Trinkgeld (Bakschisch) ist in Ägypten üblich und wird ohne die oben genannte Pauschale von jedem in Ägypten verlangt." Das ist so pauschal einfach falsch und leitet in die irre. Natürlich ist "Bakschisch" ein übliches Ritual in Ägypten, wird aber keinesfalls immer und überall verlangt. Abseits des Touristen-Nepp würde ich sagen, sogar viel weniger, als manch einer hier denken würde und sicher sicher nicht für jede klitzekleine Dienstleistung.
Von dem eingesammelten Geld wurden auf meiner letzten Reise im Übrigen sämtliche Trinkgelder bestritten, die es zu verteilen gab: Nicht nur für die Besatzung, sondern auch z.B. für die Busfahrer, die Kutscher, usw.
Hmm, auch das erscheint mir komisch. Gerade bei Ausflügen habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein Festpreis vereinbart und nach erbrachter Leistung meist kein Bakschisch verlangt wurde. Und wenn waren 1-2 LE völlig okay, bei Mini-Dienstleistungen durfte sich das gerne auch im Piaster-Bereich bewegen. Wenn ich von Euro-Summen fürs Personal höre, erscheint mir das deshalb zu hoch.
Und wer hier meint, dass die Besatzung zuviel verdienen würde, der sollte sich mal die Begleiterscheinungen eines solchen Jobs vor Augen halten, z.B. extrem lange Arbeitszeiten zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten.
Natürlich soll und muss das entlohnt werden. (Auch wenn Tursiops mit seiner Beschreibung der Ägyptischen Arbeitsverhältnisse vollkommen recht hat.) Dafür sind aber in erster Linie die Gehälter da oder sollten es zumindest sein. Es kann doch nicht die Aufgabe des Reisenden sein, Hungerlöhne (wenn es denn überhaupt Hungerlöhne sind) der Reiseveranstalter auszugleichen, die sich ansonsten aber doof und dusselig verdienen.
Wenn die Reiseveranstalter dann noch so tun, als zeigten sie damit ihre große soziale Ader, ist das in meinen Augen schlichtweg lächerlich. Ein Bakschisch ist immer eine freiwillige Gabe für eine Dienstleistung (die man gerne leistet) und niemals eine Pflicht. Pauschal eine Geldsumme zu erheben und bereits die Summe im vorneherein festzulegen, halte ich deshalb für ziemlich unverschämt.
Und um es noch mal zu unterstreichen: Mir geht es NICHT um "nicht zahlen wollen" aus einem Geiz heraus, sondern um ein den Verhältnissen angemessenes Bakschisch, das dessen eigentlicher Bedeutung und dessen gängiger Verwendung im Ägyptischen Alltag auch gerecht wird.
Gruß,
Mike
- Tursiops
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Hallo Mike,
Genau so ist es leider! Auch gut (und tragisch) zu beobachten in Dahab:
Früher wurden die (vorwiegend) Italiener aus Sharm mitten im Ort zum Shoppen abgekippt, viele Läden hatten viel Kundschaft.
Seit ca. 6 Monaten gibt es, von ausländischen Investoren zusammen mit zwei großen Ausflugsveranstaltern finanzierte, Edelshops am Ortsrand, da fallen die Italiener jetzt ein und trauen sich gar nicht mehr in den eigentlichen Ortskern. Ist doch sonnenklar, wer das steuert und wer den Reibach macht? Die Mitarbeiter in den Shops sind auch Importe aus Sharm und sonstwo.
Zumindest gewisse Teilbereiche rund um den Massentourismus gelangen mehr und mehr in halbwegs mafiose Strukturen: Wer nicht spurt und einen Großteil seines Gewinns an die Struktur weiterleitet, wird ignoriert und ist bald pleite. Wovon dann seine Familie leben soll, wovon er seine Kredite bezahlt, ist denen völlig egal. Das war schon früher in Italien und Spanien so.
Und einheimische Reiseleiter/Tourguides sind vermutlich bei denen auch nur ein kleines Rädchen am großen Wagen: 30 % der Tips an die Org zahlen, 20 % selbst behalten, Rest nach Goodwill an die Besatzung verteilen (wobei natürlich wiederum dezente Zuwendungen des Besatzungsmitgliedes wie freies Essen und Trinken seinen Anteil erhöhen).
Und deine Zoser-Reisen-Fundsache ist ja wohl absolut übel! No further comment.
Jo
Die Reiseveranstalter können es sich deshalb erlauben, den Restaurants Knebelverträge aufzuerlegen. Wer aufmuckt, wird nicht mehr angefahren. So einfach ist das.
Genau so ist es leider! Auch gut (und tragisch) zu beobachten in Dahab:
Früher wurden die (vorwiegend) Italiener aus Sharm mitten im Ort zum Shoppen abgekippt, viele Läden hatten viel Kundschaft.
Seit ca. 6 Monaten gibt es, von ausländischen Investoren zusammen mit zwei großen Ausflugsveranstaltern finanzierte, Edelshops am Ortsrand, da fallen die Italiener jetzt ein und trauen sich gar nicht mehr in den eigentlichen Ortskern. Ist doch sonnenklar, wer das steuert und wer den Reibach macht? Die Mitarbeiter in den Shops sind auch Importe aus Sharm und sonstwo.
Zumindest gewisse Teilbereiche rund um den Massentourismus gelangen mehr und mehr in halbwegs mafiose Strukturen: Wer nicht spurt und einen Großteil seines Gewinns an die Struktur weiterleitet, wird ignoriert und ist bald pleite. Wovon dann seine Familie leben soll, wovon er seine Kredite bezahlt, ist denen völlig egal. Das war schon früher in Italien und Spanien so.
Und einheimische Reiseleiter/Tourguides sind vermutlich bei denen auch nur ein kleines Rädchen am großen Wagen: 30 % der Tips an die Org zahlen, 20 % selbst behalten, Rest nach Goodwill an die Besatzung verteilen (wobei natürlich wiederum dezente Zuwendungen des Besatzungsmitgliedes wie freies Essen und Trinken seinen Anteil erhöhen).
Und deine Zoser-Reisen-Fundsache ist ja wohl absolut übel! No further comment.
Jo
salam
wir kommen zwar immer mehr vom eigentlichen thema ab aber dazu will ich auch was sagen, wenn es nun schon mal auf den "tisch" kommt.
das stimmt voll und ganz.
da habe ich auch schon einige gespräche mit restaurant betreiben geführt.
was mir dieses jahr aufgefallen ist bei einem besuch an der anlegestelle der nilschiffe an der brücke. die großen veranstalter bauen dort nun sogar große restaurants. hier werden die leute die einen tages ausflug vom meer nach luxor machen zum mittagessen hin gekarrt. sie sollen doch ihr geld (getränke) schön auch bei "ihrem" veranstalter lassen
so haben die ortsansässigen restaurants nun gar keine chance noch irgendeinen € oder LE zu verdienen.
das nur mal so zur sache eben.
ach ja der "kleine" hurghada reisende kann an der situation leider auch nichts ändern außer eben nicht mit zu fahren .... was aber ja auch keinen sinn macht.
ma salama
....isis.....
wir kommen zwar immer mehr vom eigentlichen thema ab aber dazu will ich auch was sagen, wenn es nun schon mal auf den "tisch" kommt.
Die meisten Touristen-Restaurants der Luxor-Westbank sind darauf angewiesen, dass Reisegruppen zum Mittagessen einkehren, um überleben zu können. Durch den Pauschaltourismus mit Halbpension gibt es nur wenig Laufkundschaft. Wie mir mehrfach berichtet wurde, ist das Geschäft wegen der großen Konkurrenz hart. Die Reiseveranstalter können es sich deshalb erlauben, den Restaurants Knebelverträge aufzuerlegen. Wer aufmuckt, wird nicht mehr angefahren. So einfach ist das.
das stimmt voll und ganz.

da habe ich auch schon einige gespräche mit restaurant betreiben geführt.
was mir dieses jahr aufgefallen ist bei einem besuch an der anlegestelle der nilschiffe an der brücke. die großen veranstalter bauen dort nun sogar große restaurants. hier werden die leute die einen tages ausflug vom meer nach luxor machen zum mittagessen hin gekarrt. sie sollen doch ihr geld (getränke) schön auch bei "ihrem" veranstalter lassen

so haben die ortsansässigen restaurants nun gar keine chance noch irgendeinen € oder LE zu verdienen.

das nur mal so zur sache eben.
ach ja der "kleine" hurghada reisende kann an der situation leider auch nichts ändern außer eben nicht mit zu fahren .... was aber ja auch keinen sinn macht.
ma salama
....isis.....
- Tursiops
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Ich denke, das alles ist schon (übler) Bestandteil des Themas!
Ich bleibe beim Vergleich mit der Mafia/Camorra: Die im Massengeschäft reich gewordenen Großen beißen die Kleinen zunehmend weg (siehe dazu auch den Thread über Genehmigungen für Kairo-Touren), haben ihre Verbindungen bis in höchste Bürokratie-Ebenen, haben reichlich Geld, machen die Familienbetriebe kaputt usw. Und die Opfer dürfen betteln um einen Job für Hungerlohn. Das ist schlimmer als damals zu Kolonialzeiten!
Und vermutlich sind auch die einheimischen "Reiseleiter" ein Rad in dieser Maschine, und sie diktieren wiederum den deutschen Veranstaltern, was die Urlaubsmafia erwartet.
Jo
Ich bleibe beim Vergleich mit der Mafia/Camorra: Die im Massengeschäft reich gewordenen Großen beißen die Kleinen zunehmend weg (siehe dazu auch den Thread über Genehmigungen für Kairo-Touren), haben ihre Verbindungen bis in höchste Bürokratie-Ebenen, haben reichlich Geld, machen die Familienbetriebe kaputt usw. Und die Opfer dürfen betteln um einen Job für Hungerlohn. Das ist schlimmer als damals zu Kolonialzeiten!
Und vermutlich sind auch die einheimischen "Reiseleiter" ein Rad in dieser Maschine, und sie diktieren wiederum den deutschen Veranstaltern, was die Urlaubsmafia erwartet.
Jo
Trinkgeld im gewissen Rahmen ist ok. Auch wenn ich im Vergleich vieler Ägypter stinkereich bin, ist dieser Urlaub für mich kein billiges Vergnügen, zumal ich auf AI und die ganz riesigen Hotels verzichte. Daher ist es nur legitim im Vorfeld zu wissen, was an Nebenkosten (dazu zähle ich Trinkgeldeinsammlung auf dem Schiff) auf mich zukommt. Schließlich entscheide ich auch im Restaurant ausserhalb meines Hotels, wieviel Trinkgeld ich gebe. Das mache ich auch in Deutschland so. Macht ihr euch hier auch soviel Gedanken - egal ob in einm Hotel oder Restaurant - ob und wieviel Trinkgeld das Putzpersonal oder die Küchenhilfe bekommt????? Mit Sicherheit macht ihr das nicht, sondern da ist es ok, dass "nur" der Kellner es bekommt, der einen bedient hat.
Soviel zu diesem Thema.
Gruß
Susanne
Soviel zu diesem Thema.
Gruß
Susanne
Langsam wird mir übel bei soviel Besserwisserei und Überheblichkeit.
Insbesondere wenn es von so viel eigenem Erfahrungsschatz herrührt.
Erst mal zu euren tollen Rechenbeispielen:
Gehen wir mal vom Idealfall aus, dass die Tauchgruppe aus 6 Tauchern besteht (Ich tippe mal auf mehr), dann wäre die Gesamtsumme an eingesammeltem Trinkgeld 150 Euro. Somit bekommt jedes Crewmitglied für eine Woche 25 Euro Trinkgeld :shock:
(Bei mehr Tauchern erhöht sich diese Summe nochmal entsprechend)
Und jetzt das Rechenbeispiel von der Nilkreuzfahrt:
Also auch pro Besatzungsmitglied 25 Euro.
Wieso ist jetzt Tursiops Trinkgeldsammelei besser???
Weil er Jo ist und den Umschlag im Beisein der anderen zuklebt und dem Kapitän übergibt?
Eigentlich schneidet Jo sogar schlechter ab, weil er ja weder den Tempelwächtern noch den Kutschen oder Taxifahrern, etc. ein Trinkgeld geben muss.
Ich habe Euch doch richtig verstanden, dass die eingesammelten Trinkgelder auf den Nilschiffen zu hoch sind, oder??
Und nun zu den betrügenden Reiseleitern von denen ich inzwischen schon so einige kenne:
Wieso wird denen immer unterstellt dass sie das Geld in die eigene Tasche stecken, bzw. an die Reisegesellschaften verteilen? Glaubt Ihr wirklich, dass die noch ein ruhiges Leben hätten, wenn die anderen Leute in Ägypten wüssten, wie sie ihre Landsleute betrügen? Warum haben die eigentlich ein so herzliches Verhältnis zu den Crewmitgliedern? Glaubt Ihr wirklich, dass man einen solchen Riesenbetrug bei so vielen Reiseleitern und Nilkreuzfahrten lange verheimlichen kann?
Woher nehmt Ihr Eure Einsichten?
Und mal anders gedacht: Kann man nicht auch mal einfach nur glauben, dass es nicht nur schlechte Menschen auf der Welt gibt? Kann man nicht einfach mal glauben, wenn einem gesagt wird, das Geld wird als Trinkgeld verteilt, warum glaubt man das erst wenn man selber kontrolliert?
Beispiel: Jo hat hier vor einiger Zeit mal einen Aufruf gestartet, dass er Geld sammeln will für die Familien, deren Väter beim Anschlag in Dahab ums Leben gekommen sind. Soviel ich weiss haben da auch einige Leute für gespendet. Einfach nur so, weil sie Jo´s Worten geglaubt haben? Warum eigentlich? Und was ist eigentlich aus dem Geld geworden? So eine wirkliche Rückmeldung (mit Fotos und wer da wieviel und warum gekriegt hat) kam da noch nicht, zumindest nicht hier im Forum.
http://isis-und-osiris.de/isisosiris/ma ... hp?p=54646
Aber Reiseleiter sind Betrüger, weil sie die Reisenden bei der Verteilung nicht an die Hand nehmen, vielleicht auch weil sie Ägypter sind, und dann auch noch Ägypter die richtig gute Jobs haben, weil sie studieren konnten, was andere nicht konnten und jetzt in Ägypten nur Eselskarren fahren müssen.
Ich finde so viel Mißtrauen schlimm und noch schlimmer finde ich diese Unterstellungen, die hier im Forum ja problemlos ausgesprochen werden können, weil niemand das Gegenteil beweisen kann. (und das nicht zum ersten Mal)
Und wie ich heute schon in einem anderen Beitrag geschrieben haben: Vielleicht sollten sich einige hier mal darauf beschränken ihren Senf einfach nur da abzugeben, wo sie auch Ahnung von haben.
Ich schreibe auch nix zum Tauchen, weil ich nicht tauche.
Genausowenig sollten die, die noch keine trinkgeldverteilenden Reiseführer kennengelernt haben, über diese urteilen.
Ich für meinen Teil kann behaupten schon einige dieser Reiseführer/-leiter kennengelernt zu haben und ich traue keinem von diesen ein derartiges Verhalten zu. Ich traue denen noch nicht mal zu, dass sie die Touris belügen, wenn sie sagen, dass die Trinkgelder an Crewmitglieder, Taxi- und Busfahrer, Tempelwächter etc verteilen.
Also was soll das, hier diesen Menschen solche Sachen zu unterstellen? Was soll das bringen? Warum wird hier den Leuten ständig die Nilkreuzfahrt madig gemacht, von Leuten, die meinen ihre Art zu reisen wäre die einzigst gute, ehrliche, umweltfreundlichste, menschenfreundlichste?
Wie das auf mich wirkt? --> http://de.wikipedia.org/wiki/Profilneurose
Gruß
Uli
Insbesondere wenn es von so viel eigenem Erfahrungsschatz herrührt.
Erst mal zu euren tollen Rechenbeispielen:
Tursiops hat geschrieben:Ich habe jetzt viermal eine Tauchsafari in Vollcharter organisiert. Da gilt als Richtschnur pro Teilnehmer und Woche ca. 25 Euro, da aber zu verteilen auf in der Regel nur 6 Mann Crew. Also sammelte ich in einer Tüte und übergab das Geld im Beisein eines anderen Besatzungsmitgliedes an den Kapitän, somit konnte nicht "gemogelt" werden.
Gehen wir mal vom Idealfall aus, dass die Tauchgruppe aus 6 Tauchern besteht (Ich tippe mal auf mehr), dann wäre die Gesamtsumme an eingesammeltem Trinkgeld 150 Euro. Somit bekommt jedes Crewmitglied für eine Woche 25 Euro Trinkgeld :shock:
(Bei mehr Tauchern erhöht sich diese Summe nochmal entsprechend)
Und jetzt das Rechenbeispiel von der Nilkreuzfahrt:
Mike Rumpf hat geschrieben:Meine Rechnung sähe auch anders aus: 100 Gäste pro Schiff / Woche
= 2500€ Trinkgeld für das gesamte Personal. Sagen wir 100 Mann Besatzung (eher deutlich weniger). Das macht pro Angestellten 25€ * 7 = 170 LE pro Woche Trinkgeld. Bei einem Gehalt von vielleicht 700/800 LE wäre das horrend viel. So viel wird garantiert nicht an jeden einfachen Kellner, jedes normale Zimmermädchen ausgezahlt. (es sein denn es gleicht einen absoluten Ausbeuterlohn aus...)
Also auch pro Besatzungsmitglied 25 Euro.
Wieso ist jetzt Tursiops Trinkgeldsammelei besser???
Weil er Jo ist und den Umschlag im Beisein der anderen zuklebt und dem Kapitän übergibt?
Eigentlich schneidet Jo sogar schlechter ab, weil er ja weder den Tempelwächtern noch den Kutschen oder Taxifahrern, etc. ein Trinkgeld geben muss.
Ich habe Euch doch richtig verstanden, dass die eingesammelten Trinkgelder auf den Nilschiffen zu hoch sind, oder??
Und nun zu den betrügenden Reiseleitern von denen ich inzwischen schon so einige kenne:
Wieso wird denen immer unterstellt dass sie das Geld in die eigene Tasche stecken, bzw. an die Reisegesellschaften verteilen? Glaubt Ihr wirklich, dass die noch ein ruhiges Leben hätten, wenn die anderen Leute in Ägypten wüssten, wie sie ihre Landsleute betrügen? Warum haben die eigentlich ein so herzliches Verhältnis zu den Crewmitgliedern? Glaubt Ihr wirklich, dass man einen solchen Riesenbetrug bei so vielen Reiseleitern und Nilkreuzfahrten lange verheimlichen kann?
Woher nehmt Ihr Eure Einsichten?
Und mal anders gedacht: Kann man nicht auch mal einfach nur glauben, dass es nicht nur schlechte Menschen auf der Welt gibt? Kann man nicht einfach mal glauben, wenn einem gesagt wird, das Geld wird als Trinkgeld verteilt, warum glaubt man das erst wenn man selber kontrolliert?
Beispiel: Jo hat hier vor einiger Zeit mal einen Aufruf gestartet, dass er Geld sammeln will für die Familien, deren Väter beim Anschlag in Dahab ums Leben gekommen sind. Soviel ich weiss haben da auch einige Leute für gespendet. Einfach nur so, weil sie Jo´s Worten geglaubt haben? Warum eigentlich? Und was ist eigentlich aus dem Geld geworden? So eine wirkliche Rückmeldung (mit Fotos und wer da wieviel und warum gekriegt hat) kam da noch nicht, zumindest nicht hier im Forum.
http://isis-und-osiris.de/isisosiris/ma ... hp?p=54646
Aber Reiseleiter sind Betrüger, weil sie die Reisenden bei der Verteilung nicht an die Hand nehmen, vielleicht auch weil sie Ägypter sind, und dann auch noch Ägypter die richtig gute Jobs haben, weil sie studieren konnten, was andere nicht konnten und jetzt in Ägypten nur Eselskarren fahren müssen.
Ich finde so viel Mißtrauen schlimm und noch schlimmer finde ich diese Unterstellungen, die hier im Forum ja problemlos ausgesprochen werden können, weil niemand das Gegenteil beweisen kann. (und das nicht zum ersten Mal)
Und wie ich heute schon in einem anderen Beitrag geschrieben haben: Vielleicht sollten sich einige hier mal darauf beschränken ihren Senf einfach nur da abzugeben, wo sie auch Ahnung von haben.
Ich schreibe auch nix zum Tauchen, weil ich nicht tauche.
Genausowenig sollten die, die noch keine trinkgeldverteilenden Reiseführer kennengelernt haben, über diese urteilen.
Ich für meinen Teil kann behaupten schon einige dieser Reiseführer/-leiter kennengelernt zu haben und ich traue keinem von diesen ein derartiges Verhalten zu. Ich traue denen noch nicht mal zu, dass sie die Touris belügen, wenn sie sagen, dass die Trinkgelder an Crewmitglieder, Taxi- und Busfahrer, Tempelwächter etc verteilen.
Also was soll das, hier diesen Menschen solche Sachen zu unterstellen? Was soll das bringen? Warum wird hier den Leuten ständig die Nilkreuzfahrt madig gemacht, von Leuten, die meinen ihre Art zu reisen wäre die einzigst gute, ehrliche, umweltfreundlichste, menschenfreundlichste?
Wie das auf mich wirkt? --> http://de.wikipedia.org/wiki/Profilneurose
Gruß
Uli
Hi!
Auch wen ich jetzt Schelte bekomme, wegen Besserwisserei, dann muß ich doch etwas zum Ganzen schreiben.
Wie ihr wißt arbeitet ja mein Mann auf dem Nilschiff und ich bin die meiste Zeit mit ihm dort. Daher glaube ich doch zu wissen, wie das so abläuft, da ich es ja selber oft genug sehe.
Das Trinkgeld wird vom Reiseleiter eingesammelt und an den Bootsmanager übergeben. Dieser teilt dann das Geld auf alle Mitarbeiter auf, wobei alle das gleiche bekommen.
Das Gehalt von den Leuten auf den Schiffen ist sehr gering, da sie ja Tringeld bekommen, welches zum Gehalt mitgerechnet wird (lt. Orner und Reisegesellschaften). Der Reiseleiter erhält davon nichts.
Für den Reiseleiter wird ein eigenes Kuvert abgegeben, wo jeder selber bestimmen kann, wieviel Trinkgeld er geben will.
Die Reiseleiter verdienen sehr wohl an den einzelnen Geschäften. Ob auf dem Schiff oder an Land und das ist nicht gerade wenig.
Ein Arbeiter auf dem Schiff muß mindestens 45 Tage arbeiten ohne freien Tag und dann bekommt er Urlaub. Es stehen ihm im Jahr 90 Tage zu (incl. Feiertage, Samstag und Sonntag). die meisten arbeiten länger, damit sie einen Familienurlaub machen können, da die Familien nicht alle in der Nähe wohnen.
Ein Receptionist verdient im Monat an die 300 LE ohne Trinkgeld.
Ein Kellner zwischen 200 und 250 LE.
Sie arbeiten meistens mehr als 12 Stunden. Es gibt auch viele Arbeiten, welche nicht gesehen werden, da sie gemacht werden, wenn die Gäste auf Landurlaub sind.
Die Verkäufer in den Geschäften auf den Nilschiffen sind meistens auf den Umsatz angewiesen, da sie auf Provisonsbasis arbeiten. Sie bekommen auch kein Trinkgeld, da sie ja nicht auf dem Schiff angestellt sind. Der Reiseleiter verdient natürlich auch dabei etwas.
Ich hoffe, daß ich euch einen kleinen Einblick geben konnte.
LG
Auch wen ich jetzt Schelte bekomme, wegen Besserwisserei, dann muß ich doch etwas zum Ganzen schreiben.
Wie ihr wißt arbeitet ja mein Mann auf dem Nilschiff und ich bin die meiste Zeit mit ihm dort. Daher glaube ich doch zu wissen, wie das so abläuft, da ich es ja selber oft genug sehe.
Das Trinkgeld wird vom Reiseleiter eingesammelt und an den Bootsmanager übergeben. Dieser teilt dann das Geld auf alle Mitarbeiter auf, wobei alle das gleiche bekommen.
Das Gehalt von den Leuten auf den Schiffen ist sehr gering, da sie ja Tringeld bekommen, welches zum Gehalt mitgerechnet wird (lt. Orner und Reisegesellschaften). Der Reiseleiter erhält davon nichts.
Für den Reiseleiter wird ein eigenes Kuvert abgegeben, wo jeder selber bestimmen kann, wieviel Trinkgeld er geben will.
Die Reiseleiter verdienen sehr wohl an den einzelnen Geschäften. Ob auf dem Schiff oder an Land und das ist nicht gerade wenig.
Ein Arbeiter auf dem Schiff muß mindestens 45 Tage arbeiten ohne freien Tag und dann bekommt er Urlaub. Es stehen ihm im Jahr 90 Tage zu (incl. Feiertage, Samstag und Sonntag). die meisten arbeiten länger, damit sie einen Familienurlaub machen können, da die Familien nicht alle in der Nähe wohnen.
Ein Receptionist verdient im Monat an die 300 LE ohne Trinkgeld.
Ein Kellner zwischen 200 und 250 LE.
Sie arbeiten meistens mehr als 12 Stunden. Es gibt auch viele Arbeiten, welche nicht gesehen werden, da sie gemacht werden, wenn die Gäste auf Landurlaub sind.
Die Verkäufer in den Geschäften auf den Nilschiffen sind meistens auf den Umsatz angewiesen, da sie auf Provisonsbasis arbeiten. Sie bekommen auch kein Trinkgeld, da sie ja nicht auf dem Schiff angestellt sind. Der Reiseleiter verdient natürlich auch dabei etwas.
Ich hoffe, daß ich euch einen kleinen Einblick geben konnte.
LG
nefertiti hat geschrieben:Auch wen ich jetzt Schelte bekomme, wegen Besserwisserei, dann muß ich doch etwas zum Ganzen schreiben.
Um Himmels Willen, nein.
Meine Kritik war nicht an die gerichtet, die aus eigener Erfahrung oder aus anderen Quellen (wie z.B. dem Ehemann

Ich denke, Dein Beitrag ist schon sehr wichtig und hat nichts mit Besserwisserei zu tun.
Gruß
Uli
Hallo,
ich war zwar erst einmal auf dem Nil, aber bei uns war es wie folgt geregelt:
Der Reiseleiter hat am ersten Tag eine feste Summe eingesammelt, das war nur für unsere Kofferträger, Busfahrer, Tempelwächter und das Personal was man bei den Auflügen begegnet, bestimmt. Das hat er dann immer im Namen der Gruppe verteilt und es in unser Beisein getan.
Das Tringkeld für ihn als Reiseleiter haben wir ihm zum Schluss in einen Umschlag gegeben.
Für das Trinkgeld der Besatzung bekamen wir Umschläge, in denen wir das Geld hineintun konnten (aber jeder konnte das geben, was er mochte) und diese kamen an der Rezeption in einen extra dafür aufgestellten Briefkasten, aus dem dann das Geld auf die Mannschaft verteilt wurde.
Ich bin allerdings auch jemand, der wenn er sich gut aufgehoben fühlt, gerne Trinkgeld gibt, und auch knauserig wird, wenn nichts stimmt. Von daher hatte ich auch kein Problem mit dem "Richtwert" der uns als Empfehlung gegeben wurde, da wir uns rundrum wohl gefühlt haben, und dann halt gerne das Trinkgeld geben.
Gruß
Katja
ich war zwar erst einmal auf dem Nil, aber bei uns war es wie folgt geregelt:
Der Reiseleiter hat am ersten Tag eine feste Summe eingesammelt, das war nur für unsere Kofferträger, Busfahrer, Tempelwächter und das Personal was man bei den Auflügen begegnet, bestimmt. Das hat er dann immer im Namen der Gruppe verteilt und es in unser Beisein getan.
Das Tringkeld für ihn als Reiseleiter haben wir ihm zum Schluss in einen Umschlag gegeben.
Für das Trinkgeld der Besatzung bekamen wir Umschläge, in denen wir das Geld hineintun konnten (aber jeder konnte das geben, was er mochte) und diese kamen an der Rezeption in einen extra dafür aufgestellten Briefkasten, aus dem dann das Geld auf die Mannschaft verteilt wurde.
Ich bin allerdings auch jemand, der wenn er sich gut aufgehoben fühlt, gerne Trinkgeld gibt, und auch knauserig wird, wenn nichts stimmt. Von daher hatte ich auch kein Problem mit dem "Richtwert" der uns als Empfehlung gegeben wurde, da wir uns rundrum wohl gefühlt haben, und dann halt gerne das Trinkgeld geben.
Gruß
Katja
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- Kreuzfahrer
- Beiträge: 155
- Registriert: Mo 05 Apr, 2004 12:27
- Wohnort: Kiel
- Kontaktdaten:
@Uli
Ich habe das Gefühl, Du missverstehst mich. Ich kenne die Praktiken bei der Trinkgeldvergabe auf den Schiffen nicht, genauso wenig wie Du für alle Nilkreuzer sprechen kannst. Es ist richtig, dass ich noch nie auf einem Nilkreuzfahrtschiff war. Ich kann nur von meinen Beobachtungen sprechen und den Informationen, die andere hier im Forum beitragen. Das reicht mir aus, um zu wissen, dass diese Form der Ägyptenreise mir nicht zusagt. Damit möchte ich weder Dir noch jemand anderen diese Fahrt madig machen. Ich denke, ich habe in einem sachlichen, respektvollen Tonfall geschrieben. Deshalb enttäuscht es mich, dass Du hier auf Polemiken wie "Dummschwatz" und "Profilneurose" zurückgreifst. Ich finde, dass hast Du nicht nötig.
zur Trinkgeldvergabe:
Ich war von dieser Praktik des Einsammelns der Reiseleitern irritiert und habe mich gefragt, was dahintersteckt. Mir kamen nur zwei Lösungen für diese Frage in den Sinn. Entweder wird das Geld nicht gerecht verteilt oder aber es ist dazu da, um Hungerlöhne auszugleichen (siehe weiter oben). Nefertiti hat das nun netterweise (danke
) aufgeklärt. Es ist die zweite, für mich nicht unbedingt sympathischere, Variante. Ich hätte wirklich keine Lust, die praktisch moralische Pflicht zu haben, Niedriglöhne durch mein Trinkgeld auszugleichen. Im Prinzip ist das doch gar kein Trinkgeld mehr (also ein kleiner Bonus für guten Service auf den eigentlichen Lohn), sondern ein nachträglicher Aufschlag auf den Reisepreis. Das kann sich natürlich jeder Tourist ohne Probleme leisten (darum geht es mir auch nicht), aber ich finde gerade die harte Arbeit auf den Schiffen sollte vernünftig und angemessen bezahlt werden. Sich als Reiseveranstalter dumm und dusselig an den Reisen zu verdienen und sich die gezahlten Hungerlöhne dann durch die Urlauber ausgleichen zu lassen, ist für mich unmoralisches Verhalten, das an Ausbeutung der Arbeiter auf dem Schiff grenzt.
Wenn ich mal meine (natürlich spekulative) Rechnung von oben aufgreife und mit den Zahlen von Nefertiti kombiniere:
Jeder auf dem Schiff bekommt pro Woche ca 25€ = 125 LE Trinkgeld, das macht hochgerechnet auf den Monat 500 LE. Das wäre für Manchen etwa das Doppelte des normalen Gehaltes. Das kann doch nicht sein, oder?
(Bitte korrigiert mich, falls ich komplett danebenliege.)
Wenn ich Reiseleitern etwas Falsches unterstellt haben sollte, tut es mir leid. Aber wie bereits geschrieben, sind meine Erfahrungen (nicht nur in Ägypten) alles andere als positiv. Und dass Reiseleiter auf den Kosten der Reisenden nette Geschäft mit Provisionen auf Einkäufe in Shops machen und daran sehr gut verdienen, ist doch wirklich nichts Neues. Soweit zum Gutmenschentum der Reiseleiter.
In Hoffnung auf eine weiterhin sachliche Diskussion, da ich dieses Thema wirklich als hochinteressant und erhellend ansehe.
Viele Grüße,
Mike
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Ich habe das Gefühl, Du missverstehst mich. Ich kenne die Praktiken bei der Trinkgeldvergabe auf den Schiffen nicht, genauso wenig wie Du für alle Nilkreuzer sprechen kannst. Es ist richtig, dass ich noch nie auf einem Nilkreuzfahrtschiff war. Ich kann nur von meinen Beobachtungen sprechen und den Informationen, die andere hier im Forum beitragen. Das reicht mir aus, um zu wissen, dass diese Form der Ägyptenreise mir nicht zusagt. Damit möchte ich weder Dir noch jemand anderen diese Fahrt madig machen. Ich denke, ich habe in einem sachlichen, respektvollen Tonfall geschrieben. Deshalb enttäuscht es mich, dass Du hier auf Polemiken wie "Dummschwatz" und "Profilneurose" zurückgreifst. Ich finde, dass hast Du nicht nötig.
zur Trinkgeldvergabe:
Ich war von dieser Praktik des Einsammelns der Reiseleitern irritiert und habe mich gefragt, was dahintersteckt. Mir kamen nur zwei Lösungen für diese Frage in den Sinn. Entweder wird das Geld nicht gerecht verteilt oder aber es ist dazu da, um Hungerlöhne auszugleichen (siehe weiter oben). Nefertiti hat das nun netterweise (danke

Wenn ich mal meine (natürlich spekulative) Rechnung von oben aufgreife und mit den Zahlen von Nefertiti kombiniere:
Jeder auf dem Schiff bekommt pro Woche ca 25€ = 125 LE Trinkgeld, das macht hochgerechnet auf den Monat 500 LE. Das wäre für Manchen etwa das Doppelte des normalen Gehaltes. Das kann doch nicht sein, oder?
(Bitte korrigiert mich, falls ich komplett danebenliege.)
Wenn ich Reiseleitern etwas Falsches unterstellt haben sollte, tut es mir leid. Aber wie bereits geschrieben, sind meine Erfahrungen (nicht nur in Ägypten) alles andere als positiv. Und dass Reiseleiter auf den Kosten der Reisenden nette Geschäft mit Provisionen auf Einkäufe in Shops machen und daran sehr gut verdienen, ist doch wirklich nichts Neues. Soweit zum Gutmenschentum der Reiseleiter.
In Hoffnung auf eine weiterhin sachliche Diskussion, da ich dieses Thema wirklich als hochinteressant und erhellend ansehe.
Viele Grüße,
Mike
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Uli hat geschrieben:Beispiel: Jo hat hier vor einiger Zeit mal einen Aufruf gestartet, dass er Geld sammeln will für die Familien, deren Väter beim Anschlag in Dahab ums Leben gekommen sind. Soviel ich weiss haben da auch einige Leute für gespendet. Einfach nur so, weil sie Jo´s Worten geglaubt haben? Warum eigentlich? Und was ist eigentlich aus dem Geld geworden? So eine wirkliche Rückmeldung (mit Fotos und wer da wieviel und warum gekriegt hat) kam da noch nicht, zumindest nicht hier im Forum.
Das stimmt, Jo, ich hätte eigentlich auch gern etwas genauer gewusst, wo mein Geld angekommen ist. Fotos würde ich naürlich nicht erwarten, aber mal wissen, wer wieviel und warum gekriegt hat, und wie es den Familien heute geht, wäre schon ganz schön.
Gruss,
A.
Hi!
Ganz geht die Rechnung auch nicht auf:
Wenn Kinder mit dabei sind, dann braucht man kein Trinkgeld geben, sondern nur als Erwahcsener.
Außerdem sind die Schiffe ja nicht immer so voll und es gibt auch Zeiten, wo vielleicht nur 40 Leute auf dem schiff sind und dann schaut das alles ganz anders aus. Die Anzahl des Personals ändert sich aber dadurch nicht.
Habe vergessen dazuzuschreiben, daß die Kutschefahrer, Taxifahrer u.a. Personen an dem Trinkgeld auch beteiligt sind. Somit geht das ganze Geld nicht an das Personal alleine auf dem Schiff.
LG
Ganz geht die Rechnung auch nicht auf:
Wenn Kinder mit dabei sind, dann braucht man kein Trinkgeld geben, sondern nur als Erwahcsener.
Außerdem sind die Schiffe ja nicht immer so voll und es gibt auch Zeiten, wo vielleicht nur 40 Leute auf dem schiff sind und dann schaut das alles ganz anders aus. Die Anzahl des Personals ändert sich aber dadurch nicht.
Habe vergessen dazuzuschreiben, daß die Kutschefahrer, Taxifahrer u.a. Personen an dem Trinkgeld auch beteiligt sind. Somit geht das ganze Geld nicht an das Personal alleine auf dem Schiff.
LG