
Alle Welt besichtigt den Khan-el-Khalili-Bazar, also haben wir uns auch auf die Socken gemacht.
Unser Fahrer hat uns vor dem Midan Hussein abgesetzt, was für ein Getümmel! Die Busse kommen fast im Minutentakt und spucken Touristen aus.
Wir haben uns ein bisschen hingesetzt und den marktschreierischen Touristenschleppern vor den Restaurants zugesehen. Vorsicht:[color=#] [/color]diese Lokale am Midan Hussein unbedingt meiden!!! Es existieren zwar Preislisten, aber spätestens bei der Rechnung wird der zahlende Gast einer Ohnmacht nahe sein! Die ausgewiesenen Preise entpuppen sich dann als "Nettopreise", der Endbetrag liegt 3-4x so hoch. 2 Dosen Cola kosten dann 35,-- LE!!! Einem englischen Pärchen nahm man für zwei Kebabs mit Getränken schlappe 150,-- LE ab.
Wir haben uns von einem Lokal die Küche und Toilette zeigen lassen. Was wir da zu sehen bekamen, hat uns die Nackenhaare hochgetrieben. Da ist der Durchfall im Preis mit drin - vielleicht ist es deshalb auch so teuer???

Wer unbedingt im Basar essen & trinken möchte, sollte das Café Nagib-Mahfus aufsuchen. Das wird vom Mena-House Oberoi betrieben und ist wirklich eine Oase in dem Trubel & Dreck. Dort sind die Preise fest und letztendlich isst & trinkt man günstiger, als am Midan Hussein. Ein tolles Ambiente gibt es in diesem alten Plastgebäude noch umsonst dazu. Die Toiletten sind natürlich auch sauber! Wenn man durch den Goldsouk geht kann man es gar nicht verfehlen - man stolpert quasi über den Metalldetektor am Eingang. Die alte, schwere Tür klemmt ein wenig - also feste dagegen stemmen, dann geht sie auch auf!

Apropos Goldbasar: wer immer behauptet man könne dort Goldschmuck besonders günstig kaufen, der bewegt sich nun wirklich im Bereich der Geschichten aus 1001 Nacht. Denn merke: der Goldpreis ist weltweit festgesetzt!!! Lediglich die Bearbeitung ist günstiger. Also: Finger weg von solchen Schnäppchen, sonst schlägt die Freude über einen vermeintlichen günstigen Preis schnell um, wenn man daheim feststellen muß, daß man schon wieder übers Ohr gehauen wurde!!!
Ansonsten haben wir uns bei unserem Rundgang im Wesentlichen an den Tondok-Führer gehalten. Es ist unglaublich wie, nur wenige Meter vom Midan Hussein entfernt, der berühmteste Basar der Welt zu einem Dreckloch wird! Schlamm, Gestank und meterhoher Müll! Nein, das muss man nicht haben! Es gab dort wirklich NICHTS, aber auch gar NICHTS, daß ich hätte kaufen wollen.
Wir sind dann im Norden am Stadttor Bab-el-Futuh raus und wollten ursprünglich noch einen Blick in die nördliche Totenstadt werfen. Von dieser Idee haben wir dann aber doch Abstand genommen, als wir davorstanden & ein paar Schritte entlang gegangen sind. Der Dreck & Gestank im islamischen Viertel hat uns schon gereicht, da brauchten wir die Totenstadt nicht mehr. Wir hätten uns dort auch nicht sicher gefühlt, wurden wir doch schon recht misstrauisch beäugt.
Also am nächsten Stadttor, Bab-el-Nasr, wieder rein ins islamische Viertel und dem Tondok weiter folgend zurück zum Midan Hussein. Von dort aus mittels Fußgänger-Unterführung rüber zur Al-Azhar-Moschee.
Wenn man sich dort rechts entlang der Hauptstraße hält, findet man an der nächsten Ecke ein brauchbares arabisches Fast-Food-Restaurant. Der Besitzer winkt einen dann nach oben. Die Toiletten sind einigermaßen sauber. Wir haben dort für 7 LE pro Nase gegessen. Also, wenn einen der Hunger nach dem Basarbesuch packt, die paar Schritte weiter lohnen sich durchaus!
Unser Fazit zum Khan-el-Khalili: ein Dreckloch, daß man nicht unbedingt gesehen haben muss. Touristenfirlefanz gibt es überall besser und günstiger zu erwerben. Wenn man denn unbedingt eine Wasserpfeife, Papyrus oder ähnliches kaufen will!
Mein Mann bemerkte makaber: Der Selbstmordattentäter, der sich dort im Basar in die Luft gesprengt hat, sei entweder:
a) ein frustrierter Umweltaktivist
oder
b) ein frustrierter Verbraucherschützer
gewesen!!!
edit by isis
Vielen Dank für deinen Bericht. Ich habe Deinen Bericht gleich mal in die ---> Rubrik Reise und Hotelberichte kopiert. Januar 2007